Trauma-Bewältigung
Eine neue Sicht auf Trauma und die erfolgreiche Verarbeitung von traumatischen Ereignissen.
Die Trauma-Definition
„Ein Trauma ist eine innere Zwangsjacke, die entsteht, wenn ein verheerender Augenblick in der Zeit eingefroren wird" und es „unterbindet unsere Versuche das schreckliche Geschehen hinter uns zu lassen und unser Leben einfach fortzusetzen.“ Wenn wir uns von einer Situation überwältigt fühlen, versteinern wir vor Angst und erleben intensive Gefühle der Hilflosigkeit und des Kontrollverlustes, so dass wir nicht erfolgreich auf diese bedrohliche Situation reagieren können, auch wenn wir uns noch so sehr bemühen. Eine traumatische Reaktion eines Menschen muss nicht durch eine objektiv lebensbedrohliche Situation ausgelöst werden, sondern es ist eine sehr subjektive und individuelle Auswirkung. Überwältigende Lebensereignisse können Stürze, Unfälle, medizinische Eingriffe, Verlassenwerden, Verlust einer geliebten Person und Zeuge oder Opfer von Gewalt und vieles andere mehr sein.

Warum hat das Zebra kein Trauma? Obwohl Wildtiere in freier Wildbahn täglich lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt sind, zeigen sie nach einem Angriff aber kein schreckhafteres Verhalten als vorher - sie ändern ihr Sozialverhalten nicht, d.h. sie sind nicht traumatisiert!
Ihr Geheimnis ist die direkte Umwandlung der freigesetzten Überlebensenergie in der Muskulatur (Flucht).
Der Mensch besitzt grundsätzlich ebensolche angeborene, biologische Funktionen und Instinkte, um mit bedrohlichen Situationen umzugehen. Der Körper mobilisiert viel Energie in einem Erregungsprozess. Die Anspannung wird durch Flucht oder Kampf wieder ins Gleichgewicht gebracht. Aber durch unseren hochentwickelten sozialen Intellekt und unsere Gesellschaftsregeln werden diese Prozesse gehemmt. In unserer technisierten und sozialisierten Welt ist es für Kinder und Erwachsene häufig nicht möglich, diese Instinkte auszuleben. Das Problem besteht darin, dass unser Körper sehr schnell eine sehr große Menge an Energie bereitstellt in einer Situation angenommener oder tatsächlicher Lebensgefahr
Wird diese Energie nicht durch Wegrennen oder Verteidigen abgebaut, bleibt sie im Nervensystem eingeschlossen. Dies führt zu einer Erstarrungsreaktion, die Energie des Körpers wird gebremst und verbleibt im Organismus. Besonders gefährdet: Rettungs-, Feuerwehr-, Justiz- und Klinikpersonal, Ärzte, Lehrer, Reporter, Polizisten, Lokführer. Oft treten erst Monate oder Jahre nach dem traumatischen Erlebnis Beschwerden auf. Sie werden leider nicht mehr in Zusammenhang gebracht mit der Entstehungssituation. Viele Menschen tragen eine gewisse Unzufriedenheit in sich, haben das Gefühl, mehr aus ihrem Leben machen zu können, „wenn da bloß nicht diese diffuse Angst“ oder ein anderer Konflikt wäre, der einen davon abhält, das Leben in vollen Zügen zu leben. |
Viele Symptome nach Schock und Trauma Dies kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen, wie Angstzustände, ständige Alarmbereitschaft (auf der Hut sein), Vermeiden von Situationen und Aktivitäten die mit dem Ereignis in Verbindung stehen, Gefühlsleere, Passivität, nicht ganz hier sein oder bestimmte Körperteile nicht spüren. Es können Schuld- und Schamgefühle, Konzentrationsstörungen, Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung auftreten. Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Jähzorn oder dauernde Lustlosigkeit, plötzliche Angst oder Bauchweh, das Gefühl, im Alltag irgendwie abwesend zu sein, hartnäckige Kopfschmerzen, große Müdigkeit oder Erschöpfung, Störungen im Magen-Darmbereich können Hinweise auf ein Trauma sein. Soziale Unverträglichkeiten, Schreckhaftigkeit, Geräuschempfindlichkeit und die Neigung, sich schnell gereizt zu fühlen von eher alltäglichen Impulsen aus der Umgebung - diese inneren Anspannungen deuten ebenso auf ungelöste Schockerlebnisse hin. Jahrelang Herzklopfen und Schweißausbruch an derselben Straßenkreuzung, bei zerschellendem Glas. Starke Verwirrung, Zerstreutheit oder Schwindel nach einem Unfall, nach einer Operation. Beklemmung bei einem bestimmten Geruch, Licht, Tonfall, Musikstück, Krankenwagen, Hubschrauber, Lokomotive oder nur bei einer Fehlzündung. Angst in einer Höhle, einem dunklen Zimmer, einem kleinen Lift, einem Tunnel, auf einer Brücke. Nicht mehr rechts abbiegen können im Straßenverkehr, starke Anspannung bei einem bestimmten Kunden, Verwandten, Mitarbeiter. Meiden von bestimmten Orten. Angst vor dem Zahnarzt, vor Hunden ... Die Auflösung der Stress-Symptomatiken SE ist auch bei `Alltagsbagatellen´ durch schnelle Wirksamkeit außerordentlich hilfreich, auch ohne dass man riesige Katastrophen mitgemacht haben muss. Ziel ist es, die im Nervensystem eingeschlossene starke Erregung langsam und dosiert zu entladen.
So entstehen Reaktionsmöglichkeiten die während der Traumatisierung nicht zur Verfügung standen. Wie beispielsweise auf prompte und wirksame Weise mit Schwierigkeiten und Bedrohungen besser umzugehen, und sich in speziellen Situationen plötzlich mühelos wehren zu können etc.
Durch sanfte Energieentladungen erhält das Nervensystem seine Beweglichkeit wieder, die Person ist entspannt und die angstauslösende Situation wird jetzt, mit diesen wahrgenommenen Fähigkeiten neu eingeschätzt, der eigene Handlungsspielraum erweitert sich. Dies alles geschieht in ruhigen Gesprächen und vertrauensvoller Atmosphäre. Auf diese Art und Weise
lassen sich die traumabedingten Gefühle der Lähmung und Erstarrung schrittweise lösen und die Gefühle der Sicherheit, des Vertrauens und der Lebendigkeit stärken, um so Lebensfreude und neue Lebensqualität zu eröffnen. Die Kraft, die im Nervensystem gebunden war, kann nun für andere Bereiche im Leben besser eingesetzt werden. SE ist außerordentlich schonend, weil man nicht unbedingt direkt über das belastende Erlebnis sprechen muss. Und für Kinder gut geeignet denen die differenzierte sprachliche Fähigkeit und die Zuordnung noch fehlt.
Eine Frage - wie lange dauert das? SE ist schnell wirksam. Der Bedarf an Sitzungen ist individuell unterschiedlich. Zur zielgenauen Bearbeitung eines Schmerzzustandes oder einer speziellen Belastungssituation genügen manchmal nur wenige Stunden. Der kleine Unterschied ... In Therapien wird oft sehr aufwühlend mit den alten Themen eine erneute Unruhe erzeugt, die den Betroffenen in einer chaotischen Gefühlslage aus der Sitzung entlassen. Hier wirkt die Behandlung auf Ihr Nervensystem schonend und sogar angenehm, Sie sind am Ende der Sitzung entspannt und guter Dinge. | | "Eine schreckliche Situation wurde erlebt. Anstatt zu flüchten oder sich erfolgreich zu wehren steckt der lebensbedrohliche Moment noch immer im Nervensystem fest. Die machtvolle Kraft des Überlebens ist dort festgehalten und blockiert den Menschen. Diese Kraft muss wieder freigesetzt und flexibel gemacht werden." | | |